Wir stellten am heutigen Abend schnell fest, dass das Spiel kein Kräftemessen auf Augenhöhe werden würde. Während wir uns bereits bis auf den verletzten Kapitän Ulf Winkelmann vollzählig aufwärmten, tröpfelten die Lüdenscheider Spieler nur vereinzelt in die Halle. Am Ende waren fünf gegnerische Spieler gekommen, die dazu noch körperlich wenig Respekt einflößten. Größter Spieler der Gegner war ihr Coach, der zum ersten Mal in der Saison selbst ins Geschehen eingreifen musste.
Nach einem guten Start führten wir die Begegnung mit 10:2 Punkten. Es zeichnete sich das ab, was die zahlreichen Zuschauer erwarteten: Eine sehr einseitige Partie mit dem Sieger TG Witten. Doch plötzlich drehten die Lüdenscheider auf und zeigten uns durch einen 12:0-Run, dass sie sich heute nicht einfach ergeben wollten. Die Gäste hatten nichts zu verlieren und zogen selbstbewusst zum Korb. Wir schauten ihnen staunend dabei zu. Auch wenn wir uns am Ende des 1. Viertels wieder etwas fingen, ging dieser Spielabschnitt mit 16:18 an die Gäste.
Was darauf folgte war ein offener Schlagabtausch. In der Offensive dominierte Marcel Hauschild dieses Viertel und schenkte den Gästen in 10 Minuten 17 Punkte ein, darunter drei Dreier in kurzer Folge. Gleichzeitig waren wir aber in der Verteidigung meilenweit von der Leistung entfernt, die wir gegen Schwelm gezeigt hatten. Zunächst getragen von ihrem Spielertrainer, dem 9 Punkte in Folge gelangen, blieben die Lüdenscheider im Spiel. Insgesamt konnten die Gäste in diesem Viertel sogar 20 Punkte erzielen. Da unsere Offensive aber weiter an Fahrt gewann, setzten wir 33 dagegen und führten zur Hälfte mit 11 Punkten (49:38).
In der Halbzeitpause zeigte sich Colak alles andere als zufrieden. Er kritisierte unsere unkonzentrierte Verteidigung, die es einem heute nicht Landesliga-tauglichen Gegner erlaubt hatte, mit knapp 40 Punkten in die Halbzeit zu gehen. Er mahnte noch einmal an, auf unsere Stärke, nämlich die Defensive, zu setzen und die Intensität gerade dort in der zweiten Halbzeit zu erhöhen.
Stattdessen legten zunächst die Gäste nach. Von der Pause erfrischt verkürzten sie auf 50:53 (3. Minute des 3. Viertels).Erst nach einer Lüdenscheider Auszeit schien der Bann auf unserer Seite gebrochen. Wir gingen durch einen 14:0-Lauf in Führung und blickten nicht mehr zurück. Die Gäste hatten in diesem Viertel unseren Centern nichts entgegenzusetzen, sodass 18 unserer 24 Punkte in diesem Abschnitt über die großen Positionen fielen.
Zwar erlaubten wir in der Defensive auch weiterhin zu viel, sodass Lüdenscheid am Ende mit 72 Zählern auswärts gegen uns sogar häufiger traf als das wesentlich stärkere Schwelm zu Hause, aber dieses Spiel war zu Beginn des 4. Spielabschnitts bereits entschieden. Die Körpersprache der Gäste deutete an: Uns geht die Puste aus. Gleichzeitig punkteten wir konstant, vor allem über Janis Kluge, der von seinen Mitspielern sehr gut in Szene gesetzt wurde und am Ende auf 33 Punkte kam. Das Endergebnis lautete 98:72.
Das Fazit des Trainers war kurz: „Pflichtsieg, nicht schön – aber gewonnen.“. Nächste Woche wird es noch einmal deutlich schwerer. Auswärts gegen NOMA Iserlohn bekommmen wir es mit einem Vertreter der Tabellenspitze zu tun. Hoffentlich hat unsere Verteidigung bis dahin wieder das Niveau des Schwelm-Spiels erreicht.
Lichtner (5), Scheikh-Al-Kaar (0), Franke (2), Willfried (7), Siepmann (0), Hauschild (19), Kluge (33), Wessler (11), Sklareck (13), Bosselmann (8), Freiwürfe: 10/17 (59%)


